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27.03.2008, 00:03:11 - [Gesellschaft] - Lukas Brausch Lizenz: 
Nach zweijähriger Verzögerung hat am 14. März 2008 die Verlegung des ostafrikanischen Seekabels » EASSy (Eastern Africa Submarine Cable System) offiziell begonnen. Das ehrgeizige Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt die Länder Äthiopien, Botswana, Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Dschibuti, Eritrea, Kenia, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Mosambik, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Somalia, Sudan, Südafrika, Swasiland, Tansania, Tschad, Uganda und die Zentralafrikanische Republik über ein Unterseekabel mit dem Internet zu verbinden. Einen allgemeinen Überblick über die Anbindungen Ostafrikas an das Internet soll dieser Artikel bieten.
Laut » Statistik besaßen im Dezember 2007 in Afrika rund 34 Millionen Menschen einen Anschluss an das Internet. Dies sind lediglich ca. 3,6 % (Zum Vergleich: In Nordamerika rund 70%). Der Hintergrund dieser, im internationalem Vergleich, enorm niedrigen Verbreitung informationsschaffender Technologien bildet die Tatsache, dass ein Internetzugang in Afrika aktuell noch sehr teuer ist, da die Daten in vielen Fällen kostspielig per Satellit übertragen werden müssen. Besonders in Ostafrika stellt Internet per Satellit bisher die einzige Möglichkeit dar überhaupt mit dem WWW zu kommunizieren, da diese Gegend die einzige der Welt ist, welche überhaupt kein kabelgebundene Verbindung zum Internet aufweist.
EASSy soll diesen Umstand nun ändern, indem mittels einem Kabel, verlegt entlang der » ostafrikanischen Küste, der Weg über Satelliten umgangen wird. Das über 10.000 Kilometer lange Kabel soll noch vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 fertig gestellt werden und über die bisherigen Unterseekabel Safe, SAT-3/WASC und SEA ME WE 3 angeschlossen werden.
Aufgrund der zunächst sehr zögerlichen Herangehensweise und Korruptionsvorwürfen gegen die verantwortlichen Leiter gibt es heute jedoch bereits zwei große konkurrierende Kabelsysteme. » TEAMS (The East African Marine System) wurde im Zuge dieser internen Debatten von den Regierungen Kenias und der Vereinigten Arabischen Emirate initiiert um ein eigenes System etablieren zu können. Dieses soll bereits Mitte 2009 fertig gestellt sein und würde zu diesem Zeitpunkt direkt mit EASSy konkurrieren. Auch das Seacom-Projekt steht bereits ergänzend in den Startlöchern und soll Südafrika, Mosambik, Madagaskar, Tansania und Kenia mit Indien, Ägypten und Frankreich verbinden. 13.700 Kilometer Unterseekabel sollen hierfür bis Mitte 2009 verlegt werden.
Es könnte vermutet werden, dass diese drei Projekte sich lediglich selbst im Wege stehen und Arbeitskräfte bündeln, die an anderer Stell dringender gebraucht werden. Doch im Gegenteil könnte genau dieser Fakt der Konkurrenz für Ostafrika zur Chance werden, wenn nicht ein einziges Kabel, sondern mehrere vorhanden sind. Die Wahrscheinlichkeit einer Monopolbildung und stagnierend hohe Kosten würde somit verringert.
Ob ab 2010 der Markt für Internet-Provider ähnlich stark wachsen wird, wie der » Handymarkt im übrigen Afrika bleibt abzuwarten; die Chancen stehen hierfür jedoch recht günstig. Würden die Kosten für Breitband-Internet, welches im Moment bis zu mehrere hundert Euro kosten kann, auch für die allgemeine Bevölkerung erschwinglich, sehen einige Analysten hierdurch bereits eine Stärkung des » demokratischen Bewusstseins und des politischen Dialogs.
Ein Blick auf die » Weltkarte der Alphabetisierung macht jedoch deutlich, dass vor dem Siegeszug des Internets in Afrika auch die flächendeckende Fähigkeit der Bevölkerung zum Lesen der angebotenen Texte gegeben sein muss.
Abschließend kann zusammengefasst werden, dass der momentane Rückstand des afrikanischen Kontinents im Bereich der EDV zwar kein unabänderbarer Zustand ist, jedoch noch einige Investitionen im Bereich der Infrastruktur benötigt um die Rahmenbedingungen für einen ähnlich großen Markt, wie in Europa und Amerika zu schaffen.
Autor: Lukas Brausch
Quellen: Heise.de
Golem.de
Wikipedia.de
Eassy.org
Weiterführende Links zum Thema
» Seekabel für schnelles Internet in Ostafrika
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