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15.02.2007, 12:53:51 - [Umwelt] - Lukas Brausch Lizenz: 
Obwohl sie mehr als 62 % der Erdoberfläche ausmacht und zahlreichen Tieren eine Umgebung bietet, in denen deren angepasste Körper problemlos überleben können, ist selbst die Mondoberfläche vom Menschen besser erforscht worden.
Die Rede ist von der » Tiefsee, die auch Heimat für den faszinieren „Organismus“ der Staatsqualle Erenna ist, die erst im Jahre 2005 von einem kalifornischen Forscherteam durch einen Glücksfang aus 2000 m Tiefe näher untersucht werden konnte und seitdem Gegenstand vieler Spekulationen und Hypothesen wurde.
Streng genommen ist eine Staatsqualle kein Organismus, sondern besteht aus einem Zusammenschluss mehrerer tausend Individuen, den so genannten Polypen. Diese » Polypen erfüllen, in den bis zu 40 m langen Lebensgemeinschaften verschiedene Aufgaben, die sich grob in die vier Arbeitsbereiche Fortbewegung, Nahrungsfindung, Verdauung und Fortpflanzung einteilen lassen. Hierbei sind eben jene derart stark auf ihre jeweilige Aufgabe spezialisiert, das sie schon fast als Organe eines großen Organismus` betrachtet werden könnten.
Für den Auftrieb sorgt das Segel, das von nur einem einzigen Polypen gebildet wird. Polypen, die darauf spezialisiert sind, Nahrung zu finden und zu fangen, bilden die Tentakeln. Haben sie Beute erlegt, ziehen sie sich zusammen und übergeben den Fang an den "Mund" der Lebensgemeinschaft, also an die für die Verdauung zuständigen Polypen, wobei diese die Nährstoffe wiederum an die Gemeinschaft aller Polypen zurückgeben.
Bei der Bergung der oben genannten Staatsquallen Erenna fiel den Forschern rund um Steven Haddock eine Besonderheit ins Auge, die einige Theorien und Hypothesen bezüglich der Tiefsee über den Haufen werfen dürften.
Die Tatsache, dass zwei der drei gefundenen Arten gerade dabei waren einen erbeuteten Fisch zu verdauen machte die Wissenschaftler stutzig, da bisher davon ausgegangen wurde, dass sich Staatsquallen lediglich von kleinen Krebsen ernährten.
Bei näherer Analyse der Tentakel entdeckten die Forscher jedoch noch eine Besonderheit.
Sie fanden bioluminiszierenden Fotophoren, die gelblich rot fluoreszierten und rhytmisch pulsierten, was ganz offenbar der Anlockung von Beutefischen dient.
Da jedoch gemeinhin angenommen wurde, dass die meisten Fische, die in einer solchen Tiefe ihr Dasein fristen, Farben in diesem Frequenzbereich nicht wahrnehmen können, müssen nun wohl so einige Lehrbücher umgeschrieben werden.
Geht man dieser Frage konsequent nach, müssten zunächst auch Fische gefunden werden, die in der Lage sind das rote Leuchten der Erenna zu sehen.
Doch von den zwei – bis dreitausend bekannten Tiefseefischen konnten bisher lediglich 250 auf ihre visuellen Pigmente untersucht werden, von denen nur 3 Arten eindeutig dazu fähig sind, in einer solchen Tiefe auch noch die Farbe Rot zu erkennen.
Wie aber ist es dieser faszinierenden Staatsqualle aber sonst möglich ein geeignetes Nahrungsangebot finden und verwerten zu können?
Noch liegt die Antwort mehrere Kilometer unter Normal-0 versteckt und wartet erst noch darauf von findigen Wissenschaftlern gefunden zu werden.
Die dazu nötige Technik ist bereits zu großen Teilen entwickelt worden und kann es sicherlich, ebenso wie alle Interessierten an diesem Thema, kaum erwarten eingesetzt zu werden um die widersprüchlichen Theorien zur Tiefsee zu entwirren und neue Erkenntnisse an den Tag zu bringen, die uns das Verständnis einer für uns so seltsam und grotesk anmutenden Welt näher bringt.
Weiterführende Links zum Thema
» Kurzes Video zum Thema
» Kurzer Abriss über Erenna (Englisch)
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