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Glaube: Nur religiöser Wahn oder doch mehr?

18.02.2007, 11:23:30 - [Gesellschaft] - Anja Kolwicz
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In der heutigen Zeit ist Glaube etwas, das die einen haben und die anderen nicht. Dazwischen gibt es fast nichts. Zum einen wird Glaube zum Instrument des Krieges missbraucht, zum anderen kategorisch als „prähistorischer Schwachsinn“ bezeichnet.

Aber was ist Glaube nun wirklich? Ist es wirklich eine Waffe oder ist es wirklich nur Unsinn?

Nichts von beidem ist richtig. Denn Glaube, und das wussten schon unsere Vorfahren, ist vor allem eines: Ein Mittel zur (Selbst)Heilung.

Es heißt „Der Glaube versetzt Berge“. Das mag in der heutigen Zeit anachronistisch anmuten, entspricht jedoch durchaus den Tatsachen. Zwar kommt auf unser Gebet hin keine Göttergestalt und löst unser Problem, doch ein fester und starker Glaube bewirkt in uns, dass wir SELBST das Problem lösen können.

Jeder kennt die netten Geschichten, von Müttern, die ein Auto aus den Federn heben um ihr Kind, dass darunter eingeklemmt ist rauszuziehen oder von Menschen, die hunderte Kilometer weit am Stück laufen um ein Leben zu retten. Im allgemeinen ist ein Mensch dazu nicht fähig, weil der Körper niemals seine Reserven freiwillig freigibt. Doch in Extremsituationen kann der Körper auf einen Schlag seine gesamte Kraft freisetzen und die ist weit größer als das, was jeder normale Mensch aufbringen kann. Die Knochen und Muskeln sind dafür geschaffen weit größere Lasten zu ertragen, als sie im Alltag unterliegen.

Einerseits lösen Extremsituationen die körperlichen Reserven aus, andererseits kann aber auch ein sehr starker Wille dies bewirken. Der Glaube an etwas kann durchaus dazu führen, dass man von diesen Reserven zehren kann und somit z.B. das eigene Immunsystem auf ein Level bringen, dass normalerweise nicht erreicht werden kann, was oft eine sogenannte „spontane Selbstheilung“ nach sich zieht, von denen man sooft hört.

Bei der spontanen Selbstheilung ist jedoch nicht etwa ein Wunder Gottes am Werk, wie manch Organisation gerne behauptet, sondern schlicht und ergreifend die Tatsache, dass durch einen sehr starken Glauben der Mensch fähig war, seine Reserven anzuzapfen.

Um zu verstehen, wie dies funktioniert, kann man am besten einen Ausflug in die fernöstliche Medizin unternehmen. Hier basiert alles auf Energie, auf der Lebensenergie, dem sogenannten » „Ki“ oder „Chi“.

Diese Lebensenergie durchfließt den gesunden Körper harmonisch und sorgt für den Ausgleich und für Gesundheit. Ist dieser Kreislauf gestört, entstehen Krankheit und Leid, seelisch sowohl als auch körperlich.

Menschen, die sich mit Energiearbeit befassen und anwenden, z.B. » Reiki oder » Shiatsu und ähnliche Praktiken, wissen um diese Kraft und dass man damit sehr gut heilen kann, wobei es stets die Unterstützung der Selbstheilung ist.

Der Glaube an etwas (was es auch immer sei), kann jedoch ein weiterer Zugang zu dieser Quelle des Lebens sein, auch wenn die „Quelle“ hier nicht bewusst wahrgenommen wird.
Das sorglose Urvertrauen in eine Gottheit, die meine Krankheit „schon heilen wird“, kann durchaus einen Zugang zu dieser Lebensenergie sein, und es kann eine Selbstheilung die Folge sein.

Wer einen starken Glauben hat, kennt dieses Phänomen sicherlich selbst und wer einmal an einer Massenveranstaltung teilgenommen hat, bei der sich tausende Menschen trafen, die alle den gleichen starken Glauben vertreten, weiß um die unbändige Kraft, die von solchen Menschenmassen ausgeht. Ein gutes Beispiel ist die jährliche Osterveranstaltung auf dem Petersplatz in Rom zur Osteransprache des Papstes. Hier treffen sich zehntausende Gläubige, die alle an das gleiche glauben.

Durch diesen kollektiven Glauben setzen diese Menschen derart viel Energie (Ki) frei, dass so etwas wie ein „Superorganismus“ entsteht, indem die Lebensenergie der Individuen im Prinzip eine gemeinsame Lebensenergie bildet. Massenhafte Spontanheilungen sind hierbei keine Seltenheit!

Diese Heilungen haben jedoch nichts damit zu tun, dass die Menschen dem höchsten Kirchenvertreter zuhören oder an Gott glauben, sondern alleine damit, dass sie alle gemeinsam an eine Sache glauben, von der sie überzeugt sind. Wichtig ist dabei lediglich der „Glaube“ an etwas.

Glaube ist also kein Humbug, sondern ehr etwas, dass den „Schwächeren“ hilft, zu sich selbst zu finden, wobei sich natürlich die Frage stellt, wer der Schwächere ist, der, der an etwas glaubt, oder der, der an nichts glauben kann!

Autor. Anja Kolwicz


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