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Wenn Wissenschaft auf Religion trifft

23.02.2007, 14:36:49 - [Medizin] - Lukas Brausch
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Bereits seit Jahrtausenden werden, besonders in fernöstlichen Traditionen, Praktiken zur Erforschung des Geistes und Disziplinierung des Körpers von Meistern an ihre Schüler weitergegeben, woraus sich im Laufe der Jahre eine wahre Kultur des Geistes entwickelt hat, deren unterschiedlichen Ausprägungen dieser Meditationspraktiken bis heute besonders im Hinduismus, Buddhismus, Daoismus und in diversen Naturreligionen zu finden sind.
Seit einigen Jahren beginnen sich neben Scharen von „Wahrheitssuchern“ auch westliche Forscher für verschiedene Arten der Meditation zu interessieren und sind hierbei auf einige interessante Entdeckungen gestoßen, die Gegenstand dieses Artikels sein sollen.

Die Meditation findet heute im Westen zunehmend Verwendung als Mittel gegen Stress, Depressionen, Unausgeglichenheit und diverse seelische Krankheiten, doch ist sie weit mehr, wie neueste Forschungen aus dem Bereich der Neurologie zeigen.
Bereits im November 2004 wurden in einem amerikanischen Labor 8 erfahrene buddhistische Mönche auf Geheiß des Dalai Lama mithilfe der » Magnetresonanztomographie in meditierendem Zustand eingehend untersucht.
Seit den spektakulären Resultaten ist ein regelrechter Sturm der Neurologen auf erfahrene Meditierende zu verzeichnen, da bei dieser Sitzung nachgewiesen wurde, dass die Probanden extreme Aktivität im linken Frontalhirn vorzuweisen hatten.
Die sogenannte Gamma-Aktivität (also Signale im Frequenzbereich von 31-70 Hz) stieg während der Meditation nicht nur stark an, sie breitete sich auch in einer durchaus unüblichen Weise über das ganze Gehirn aus.
Das lässt darauf schließen, dass genau diese Wellen, die eigentlich nur bei angestrengtem Lernen oder extremer Konzentration zutage treten, für das Empfinden der Erleuchtung verantwortlich sind und somit bei permanentem Wirken auf das Gehirn, Gefühle wie Glückseligkeit oder Euphorie hervorrufen können.
Andere Experimente und Forschungen in dieser Richtung geben sogar an, ein nachweisbares Wachstum der grauen Gehirnsubstanz in der kortikalen Region des Gehirns könne durch Meditation erreicht werden, was direkte Auswirkungen auf die sensorische, auditive und visuelle Wahrnehmung der Umwelt habe und gar der altersbedingten Verdünnung des frontalen Kortex entgegenwirken könne.
Somit ist für die Forscher bewiesen, dass nicht nur rein motorische Handlungen, wie zum Beispiel das Erlernen des Klavierspielens, bis ins hohe Alter Strukturen des Gehirns verändern können, sondern diese auch durch rein geistige Übungen neu vernetzt und miteinander geschaltet werden können.

Doch nicht nur dies, sondern auch die Praxis das » Zazen, die das Erlangen von Gleichgültigkeit gegenüber allen Empfindungen, Sorgen, Ängsten und Freuden zum Ziel hat, verblüffte die Wissenschaftler zusehens, als ein buddhistischer Lama in ein Labor eingeladen und dort dazu aufgefordert wurde alle seine Gesichtsmuskeln völlig entspannt zu lassen.
Dieser versenkte sich daraufhin in die Meditation und zeigte in diesem Zustand so gut wie keine Reaktionen oder „Zuckungen“ auf Dinge, die um ihn herum geschahen.
Selbst ein Geräusch, das so laut war wie ein Schuss aus einer Pistole konnte dem Mönch keinerlei Regung entlocken, was er nach dem Experiment lächelnd mit dem Satz „Mir kam die Explosion weicher vor, als wäre ich weit entfernt“ quittierte.

Noch lange nicht sind die Experimente und Versuche in diesem Bereich abgeschlossen, da die Neurologen bisher lediglich an die Oberfläche dessen kratzen durften, was von uns gemeinhin als Geist bezeichnet wird.
Doch auch ohne wissenschaftliche Beweise scheint die Meditation oder die Praxis der achtsamen Versenkung für manchen Zeitgenossen durchaus heilende Wirkung zu haben, was die seit Mitte das letzten Jahrhunderts aufkommenden Meditationszentren in ganz Europa und Amerika erklären könnte.
Das ist notwendig, findet auch der Dalai Lama, da sich das Meditieren ganz so wie zum Beispiel das Fahrradfahren oder das Laufen erlernen lasse. Zu Beginn kämpfe man noch mit der unnatürlich erscheinenden neuen Art sich zu bewegen, finde darin jedoch nach einer gewissen Zeit so viel Übung, dass es völlig natürlich scheine die erlernten Gewohnheiten auch im Alltag anzuwenden.


Autor: Lukas Brausch
Quellen: Wikipedia; Printmedien


Weiterführende Links zum Thema


» Der Dalai Lama über neurologische Erforschung der Meditation
» Detailliertes PDF zum Thema



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