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23.03.2007, 14:09:08 - [Medizin] - Lukas Brausch Lizenz: 
Die 1981 erstmals in den USA entdeckte Immunschwächekrankheit AIDS, deren Auslöser der HI-Virus ist, hat jahrelang unter Forschern für Ratlosigkeit und Hilflosigkeit angesichts einer solchen neuen Bedrohung gesorgt.
In den letzten Jahren jedoch gab es einige erfolgreiche Ansätze, was die medikamentöse Behandlung von AIDS angeht.
Dieser Artikel möchte einen groben Überblick über das geben, was heute bereits im Bereich der AIDS-Bekämpfung möglich ist und was noch Utopie bleiben muss.
Da der HI-Virus zu den sogenannten Retroviren gehört, also erst in der infizierten Zelle selbst mit Hilfe des Enzyms » Reverse Transkriptase die einzelsträngige Virus-RNA in DNA zurückübersetzt, gibt es viele Medikamente, welche besonders an diesem Bereich ansetzen und die reverse Transkription hemmen. Doch auch schon zeitlich früher angesiedelte Methoden, wie Hemmung der » Protease des Virus` oder Verhinderung der Fusion des Virus` mit der Zellmembran werden verfolgt.
Einige Methode haben sich hier unter Forschern einen besonderen Namen gemacht:
HAART (Hoch aktive antiretrovirale Therapie) zum Beispiel vereint die Vor – und Nachteile verschiedener Medikamente in Einem, da es deren Wirkungsweisen kombiniert. Dadurch kann es sogar dazu kommen, dass keine HI-Viren mehr im Blute des Patienten nachweisbar sind und so irriger Weise von einigen Medien berichtet wurde, dass AIDS bereits heute heilbar sei.
Ganz richtig ist das leider nicht, da HAART das Leben der Patienten zwar erheblich verlängern und somit einen weitestgehend normalen Tagesablauf ermöglichen, jedoch auch zu zunehmenden Resistenzen und einem Ausbruch der durch ein geschwächtes Immunsystem begünstigten Krankheiten führen kann.
Andere Ansätze verfolgt hier das bereits 1987 erstmals zugelassene Medikament Azidothymidin, welches modifizierte Nucleotide, die von der reverse Transkriptase anstelle der natürlichen Nucleotide in die DNA eingebaut werden, als Hemmstoffe benutzt.
Doch auch bei diesem Medikament treten meist innerhalb einiger Monate durch fehlerhafte Synthesereaktionen veränderte virale Enzyme auf, welche wiederum erneut zu Resistenzen führen.
Genau diese resistenten Viren sind es auch, die heute immer noch den Forschern in aller Welt schlaflose Nächte bereiten, da laut aktuellen Zahlen jede fünfte HIV-infizierte Person bereits mit diesen resistenten HI-Viren in Kontakt gekommen ist.
So bleibt dieses Problem neben der hohen Variabilität des Virus´ und den hohen Überlebenschancen in den, für das Immunsystem so wichtigen, Gedächtniszellen das größte, mit dem die moderne AIDS-Forschung zu kämpfen hat.
Heute sind bereits mehr als 4000 verschiedene Variationen von HIV bekannt, was es nahezu unmöglich macht spezifische Medikamente zu entwickeln.
Die oben beschrieben HAART Methode jedoch, die erst 2008 in Deutschland zugelassen werden darf, hat sich auch gegen variable HI-Viren bewährt. Profitieren werden davon jedoch zunächst lediglich die reichen Industrienationen, da in den sogenannten Dritte-Welt-Ländern nicht genügend Kapital vorhanden ist solche Medikamente in größerem Umfang zu importieren oder gar selbst zu produzieren.
Autor: Lukas Brausch
Quellen: Printmedien
Weiterführende Links zum Thema
» Wikipedia Artikel zu HAART
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