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07.02.2007, 22:19:41 - [Naturwissenschaft allgemein] - Lukas Brausch Lizenz: 
Die Gentechnik ist in aller Munde und fast jeder erlaubt sich heute ein Urteil darüber zu Fällen was in dieser Hinsicht moralisch richtig und moralisch falsch ist. Ohne das nötige Hintergrundwissen jedoch gerät jede diesbezüglich Diskussion zu einer Farce, was dieser Artikel ändern möchte.
Das Experiment, das den Beginn der Gentechnik einleitete, wurde von den amerikanischen Wissenschaftlern „Cohen“ und „Boyer“ 1973 erstmal durchgeführt und bestand darin DNA-Fragmente von verschiedenen Bakterien im Labor neu zu kombinieren und in das Bakterium Escherichia coli (e.coli) einzuschleusen.
Grob gegliedert besteht die Gentechnik aus der Isolierung von DNA, deren Rekombination (Klonierung) und der anschließenden Übertragung in andere Zellen.
Da bereits in den 1960er Jahren beobachtet wurde, dass e.coli eine Infektion durch » Phagen erfolgreich verhindern kann, indem die eingeschleuste DNA von sogenannten Restriktionsenzymen zerschnitten wird, während die eigene DNA dank des Schutzes durch Methylgruppen unangetastet bleibt, stiegt das Interesse für diesen Forschungsbereich schnell.
Die unterschiedlichen Restriktionsenzyme sind in der Lage eine Erkennungssequenz auf der jeweiligen DNA, welche aus vier bis acht » Nucleotiden besteht, zu erkennen und dort zu binden.
Der DNA-Doppelstrang wird versetzt geschnitten, wodurch überstehende Einzelstrangenden (sticky ends) entstehen, die lediglich zu den Ende der DNA-Fragmente, die mit den gleichen Restriktionsenzymen geschnitten wurden, komplementär sind und sich leicht über Wasserstoffbrücken verbinden.
Das Enzym Ligase verknüpft die DNA-Fragmente und kann somit das gewünschte Gen in ein » Plasmid einbringen, welcher nun als Transportmittel (Vektor) fungiert.
Wurde das Gen erfolgreich in eine Bakterienzelle eingeschleust (transformiert) produziert diese nun das gewünschte Protein.
So können heute mit relativ einfachen Mitteln Enzyme oder Hormone synthetisiert werden, die in der Medizin oder Biotechnologie weitere Verwendung finden.
Da sich der Umsatz, der mit künstlich hergestellten Proteinen erzielt wird, jährlich auf zweistellige Milliardenbeträge beläuft, kann es von Vorteil sein zu wissen, dass mithilfe der oben beschriebenen Methode zum Beispiel Pflanzen resistent gegen bestimmte Bakterien werden, künstlich synthetisiertes Chymosin aus der Milch Käse macht oder ein gentechnisch hergestelltes Enzym bei der Behandlung von Blutgerinnungen bei einem Herzinfarkt Verwendung findet.
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