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15.04.2007, 00:13:15 - [Gesellschaft] - Lukas Brausch Lizenz: 
Nachdem der Halbelf aus Luxburg den alcyionitischen Ork mit einem weit ausladendem Schwerthieb und den Worten „gesegnet 3“ endgültig zu Boden gestreckt hatte, fing dieser lauthals an zu schreien und sich auf dem Boden zu winden bis ihn endlich der erlösende Todesstoß von einem schwer gepanzerten Ritter verstummen ließ.
Wenn Sie diesen Text gelesen haben, ohne auch nur eine Augenbraue zu heben, dann müssen Sie „Larper“ sein und bedürfen keiner weiteren Erklärung mehr um welch sonderbares Hobby es sich hier handeln mag. Alle Anderen werden in dem folgenden Artikel aufgeklärt, was es denn mit dem immer beliebter werdenden Hobby „Live Action Role Play“, oder kurz LARP, auf sich hat.
Wie bei » Rollenspielen üblich schlüpft man auch bei LARP in eine fiktive Rolle und spielt eine Figur mit all ihren Stärken und Schwächen. Im Gegensatz zu sogenannten » Pen&Paper bzw. » Computer -Rollenspielen jedoch, liegt der Fokus bei LARP darauf wirklich mit seinem eigenen Körper so zu agieren, wie es die gespielte Figur wohl tun würde. Möchte zum Beispiel ein Spieler eine 3 Meter hohe, keinen festen halt bietende Mauer hinauf klettern, so muss er das auch wirklich tun und kann nicht auf bestimmte in seinem Charakterbogen festgeschriebene Wert vertrauen.
Gerade weil diese Maxime gilt, ist es zum Beispiel bereits von vornherein alleine aus physischen Gründen nicht für jeden möglich einen Zwerg bzw. einen » Hobbit zu spielen.
Abseits dieser in der LARP Welt eher als exotisch geltenden Figuren ist jedoch jede Menge Platz für tapfere Krieger, geldgierige Söldner, ehrenhafte Händler oder naturliebende Elfen.
Alleine die eigene Phantasie setzt hier Grenzen, wodurch prinzipiell alles spielbar ist, was gefällt und ohne größere Probleme dargestellt werden kann.
Das Darstellen beinhaltet bei einem Live-Rollenspiel auch das Einkleiden in möglichst rollengerechte Kleidung, was auch das Ankleben spitzer Ohren für einen Elfen, das Tragen eines langen Kettenhemds für gepanzerte Ritter oder eine mittelalterlich anmutende Tunika aus Stoff für Handelsmänner aus dem hohen Norden mit einschließt.
Je nach „Setting“ des Spiels kann es zudem auch Teil des (Rollen)spiels sein sich seiner Haut gegen anstürmende Feinde zu erwehren. Natürlich wird hier nicht mit echten, sondern mit sogenannten „Latexwaffen“ gekämpft, welche aus einem Kernstab und umhüllenden Schaumstoff bestehen. Diese Konstruktion wird danach mit Latexmilch umhüllt um ein maximales Maß an Sicherheit im Kampf garantieren zu können.
Bei LARP ist es in den meisten Fällen so, dass die Spieler bereits von Anfang an in SC`s (Spieler-Charaktere) und NSC`s (Nicht-Spieler-Charaktere) aufgeteilt werden. Letztere sind dafür verantwortlich den Spielern zum Einen als Gegner und zum Anderen als Person, mit der auch rollenspielgerechte Interaktion möglich ist, zur Verfügung zu stehen. Hierbei kann es nicht selten vorkommen, dass die selbe Person im Verlaufe einer Veranstaltung mehrmals die Rolle wechselt und so einmal als Freund und einmal als Feind in Erscheinung treten kann.
Kommt es im Laufe einer „Con“ („convention“ = Veranstaltung) zu einem Kampf, so stehen sich diese beiden Parteien gegenüber und schlagen mit Latexwaffen aufeinander ein oder beschießen sich gegenseitig mit gepolsterten Pfeilen. Das mag zunächst einen sehr brutalen Eindruck erwecken, welcher durch die vielen künstlichen Schmerzensschreie auf dem Schlachtfeld noch zusätzlich verstärkt wird, läuft aber in den meisten Fällen erstaunlich schmerzfrei ab.
Auch in psychischer Hinsicht stellt LARP sowohl eine Bedrohung durch zu starke Identifikation mit der gespielten Rolle, was Realitätsverlust zur Folge haben kann, als auch eine Chance dar, da es zum Beispiel in der "realen" Welt eher schüchtern agierende Menschen dazu animieren kann aus sich hinaus zu gehen und einmal neue Konzepte bzw. Verhaltensweisen zunächst spielerisch zu erproben.
Darf man den » Statistiken glauben schenken, so wird sich das Hobby LARP in nächster Zeit besonders in der Altersgruppe bis 35 Jahre einer wachsenden Beliebtheit und somit auch eines gesteigerten Medieninteresses erfreuen.
Autor: Lukas Brausch
Quellen: /
Weiterführende Links zum Thema
» Das LARP Wiki
» Wissenschaftliche Untersuchungen und Abhandlungen zum Thema
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