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19.04.2007, 14:17:19 - [Computer und Technik] - Lukas Brausch Lizenz: 
Am heutigen Tage wurde die » Linux Distribution Ubuntu 7.04 mit dem komisch anmutenden Arbeitstitel Feisty Fawn (zu deutsch etwa: „Quirliges Rehkitz“) veröffentlicht.
Noch nie zuvor ging die Veröffentlichung eines » GNU/Linux Systems mit einem solch´ großen Interesse internationaler Medien einher, was nicht zuletzt der Firma Canonical des mehrfachen Millionärs » Mark Shuttleworth zu verdanken ist, welche die Entwicklung von Ubuntu seit der Gründung im Jahre 2004 stetig finanziell unterstützt hat.
Das auf der alteingesessenen Distribution » Debian basierende System wurde seit seiner Gründung zum Mittelpunkt des, oft als Hype kritisierten, gesteigerten Interesses an GNU/Linux und freien Systemen im Allgemeinen.
Erstmals wird nun sogar von vielen Größen der „Freien Software Bewegung“ von einer echten und seriösen Windows-Alternative gesprochen, was unter Anderem auch an dem recht einfach und übersichtlich gehaltenen Standard-Desktop liegen dürfte, der sogar einen Assistenten zur Migration von Daten und Einstellungen aus Windows selbst mitbringt.
Auch die Multimedia-Unterstützung wurde verbessert, indem sich Codecs, die in der Standardinstallation nicht enthalten sind, mittels anderer Assistenten auf einfache Weise nachinstallieren lassen. Die Unterstützung für WLAN wurde ebenfalls weiter optimiert, was die meisten gängigen WLAN-Karten „out of the box“ lauffähig machen sollte.
Mit diesen Grundlagen und dem immensen Interesse der Medien soll es GNU/Linux nun gelingen die Bastion der Desktop-Rechner zu erobern und auch bei eher unbedarfteren Computer-Nutzern seinen Einsatzzweck zu finden.
Dass der Marktanteil jedoch bereits seit Jahren nach vorsichtigen Schätzungen lediglich 3 bis 5 % aller Computer beträgt, sollte hierbei nicht außer Acht gelassen werden.
Mehrmals schon wurde der endgültige Sieg des Davids GNU/Linux gegen den Gohliath Microsoft propagiert, was jedoch bis heute nicht mehr als ein Wunschtraum für die Anwender » freier Software blieb.
Auch mit der Veröffentlichung einer neuen Version von Ubuntu wird sich an dieser Situation nicht schlagartig etwas signifikant ändern, könnte jedoch einige Umsteiger dazu bewegen von Windows auf GNU/Linux zu migrieren.
Genau die sollten jedoch wissen worauf sie sich einlassen, da nur für einige Windows-Programme die Möglichkeit der Emulation besteht und die meisten Spiele entweder gar nicht oder nur mit Leistungseinbußen lauffähig gemacht werden können.
Gerade aus der Tatsache, dass GNU/Linux noch keine allzu weite Verbreitung gefunden hat resultiert die abwartende Haltung der meisten Hersteller.
Oft warten diese bis der Markt groß genug ist um Spiele absetzen zu können. Da die Spieler jedoch mit Sicherheit nicht auf eine Plattform migrieren werden, welche die meisten Spiele nicht nativ unterstützt beißt sich hier die sprichwörtliche Katze in den Schwanz und unixoide Betriebssysteme wie GNU/Linux wären auch in Zukunft dazu verdammt ein Nischendasein zu fristen.
Doch abseits der Spiele hat sich Ubuntu das ambitionierte Ziel gesetzt ein freies, stabiles, Feature-reiches und effizientes Betriebssystem zur Verfügung zu stellen, dass die Ansprüche eines jeden Anwenders vollends zufrieden stellen soll, sofern dieser denn nicht auf sehr spezielle Programme wie „Adobe Photshop“ oder Eigenentwicklungen Microsofts angewiesen ist.
Dank der zur Verfügung Stellung freier Pakete wie zum Beispiel OpenOffice, Firefox oder Thunderbird in der jeweils aktuellen Version können zumindest rudimentäre Aufgaben, wie das Surfen im Internet, Verwalten von E-Mails bzw. das Schreiben von Texten ohne aufwändiges Erlernen neuer Techniken von jedem ausgeführt werden, der schon unter Windows Erfahrungen mit solcherlei Programmen sammeln konnte oder Äquivalentes im Einsatz hatte.
Abschließend bleibt abzuwarten ob und wie sich dieses neues Release auf dem Markt etablieren und neue Anhänger finden wird. Die Umstände scheinen günstig zu sein GNU/Linux auf dem Desktop zu etablieren obwohl Shuttleworth dem, zumindest im Moment, noch skeptisch gegenüber steht. „I don't think it is really ready yet for mass consumer sales of Linux on desktop“ (Ich glaube nicht, dass Linux schon für den Verkauf auf dem Massenmarkt bereit ist) ließ er erst gestern noch in einem Interview verlauten und dämpft so ein wenig den von Benutzern und Entwicklern freier Software entwickelten Enthusiasmus.
Autor: Lukas Brausch
Quellen: /
Weiterführende Links zum Thema
» Offizielle Seite der Distribution
» Deutsches Portal zu Ubuntu
» Interview mit Mark Shuttleworth
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