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Ein echter Hobbit auf Erden? Die Geschichte des Homo floresiensis

03.05.2007, 14:44:40 - [Allgemeine Artikel] - Lukas Brausch
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Im September 2003 gelang es einem australisch-indonesischen Forscherteam rund um den Archäologieprofessor » Mike Morwood in der Liang-Bua-Höhle einige mürbe Knochen zu finden, die auf den ersten Blick weder mit dem » Homo erectus, noch mit dem » Homo sapiens verwandt schienen.
Die auf bis zu 94.000 Jahre geschätzten Knochen lassen auf recht kleine Besitzer mit einer maximalen Körpergröße von einem Meter schließen, die den Wissenschaftlern seither bereits viel Kopfzerbrechen bereitet haben.

Da sich bislang keine » aDNA aus den alten Knochen extrahieren ließ sind die Forscher auch weiterhin auf Spekulationen und Mutmaßungen angewiesen, die von der Entdeckung einer neuen menschenähnlichen Spezies namens Homo floresiensis, bis hin zu der Aussage es handele sich bei den Funden lediglich um Knochen zwar außergewöhnlich kleiner aber dennoch vollwertiger Vertreter der Art Homo sapiens reichen.
Erste Untersuchungen haben darauf hingedeutet, dass der Homo floresiensis aus dem etwa 1,80 Meter großen Homo erectus entstanden sein könnte und sich ob seiner potentiell Jahrtausende währenden Isolation vollkommen getrennt von der übrigen Umwelt entwickelt haben mag.
Aufgrund seiner hervorstechenden körperlichen Anomalien, die besonders den sehr kleinen Wuchs betreffen, erhielt dieser Mensch der Frühgeschichte schnell den Namen „Hobbit“, der auf fiktive Personen der Fantasy-Triologie „Der Herr der Ringe“ anspielt.
Der ungewöhnliche Körperbau der frühzeitlichen Hobbits könnte in der sogenannten » Inselverzwergung begründet liegen, da auch andere indonesische Inseln außergewöhnlich kleine Vertreter bestimmter Tierarten vorzuweisen haben, die sich im Laufe der Evolution an die Umweltbedingungen anpassen mussten. » Borneo beherbergt beispielsweise den in der Körpergröße stark degenerierten afrikanischen Elefanten und liegt in der unmittelbaren Nachbarschaft der Insel » Flores.
Nach wie vor ungeklärt bleibt jedoch wann der Homo floresiensis denn genau ausgestorben ist. Hinweise existieren auf einen vor 12.000 Jahren stattgefundenen Vulkanausbruch, welcher auch andere Bewohner dieser Region mit in den Tod gerissen haben soll.
Dagegen spräche jedoch die Aussage Einheimischer, die von ihren Großvätern noch Geschichten über „seltsam brabbelnde kleine Menschen“ gehört haben wollen, wonach deren Verschwinden erst kurz vor der Kolonisierung der Insel anzusetzen ist.

Sollte sich im Laufe der noch recht jungen Geschichte der Erforschung dieser einmaligen Funde tatsächlich herausstellen, dass ein kindlich anmutender, rundlicher Hobbit, der es sogar verstand mit Waffen und Werkzeugen umzugehen das Antlitz der Erde einst bevölkerte, so wird man die Geschichte der Evolution des Menschen in einigen Kapiteln neu schreiben müssen.
Da diese irdischen Hobbits gar in der Lage gewesen sein sollen soziale Netzwerke zu errichten und sich einer eigenen Sprache zu bedienen, mag auch die Möglichkeit vorhanden sein Relikte einer längst vergangenen Kultur oder künstlerische anmutende Wandmalereien zu entdecken.
Dass vor etwa 50.000 Jahren auch der Homo sapiens Flores besiedelte mag jedenfalls den Erzählungen der Einheimischen mehr Glaubhaftigkeit schenken und vielleicht sogar darauf hindeuten, dass hier zwei verschiedene Menschenarten für lange Zeit friedlich nebeneinander koexistieren konnten ohne einander zu bekriegen.


Autor: Lukas Brausch
Quellen: Wikipedia, Telepolis


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» Telepolis Artikel zum Thema


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