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Terraforming des Mars – Eine Chance für die Menschheit?

16.05.2007, 14:49:13 - [Weltraum] - Lukas Brausch
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Die Bezeichnung Terraforming geht auf einen Science-Fiction Roman von Jack Williamson aus dem Jahre 1951 zurück und bezeichnet die künstliche Umgestaltung eines Planeten zu einer erdähnlichen Umgebung, in denen es für Menschen möglich sein soll für längere Zeit vollkommen autark und ohne technische Hilfsmittel zu überleben.
Besonders der zwischen 0,372 und 2,683 » astronomische Einheiten entfernte Planet Mars ist in den Augen vieler Wissenschaftler und Autoren ein würdiger Kandidat zur vollkommenen oder teilweisen Umgestaltung.

Die Atmosphäre des roten Planeten besteht zu etwa 95,32 % aus Kohlenstoffdioxid (CO²) (Zum Vergleich: Die Erde besitzt etwa 0,03 %) und würde somit dem Menschen keine Möglichkeit bieten frei zu atmen, da der Prozentsatz des aktuell vorkommenden Sauerstoffs lediglich 0,13% beträgt.
Genau dieser Umstand könnte sich jedoch als großer Vorteil erweisen, da sich der, auf der Erde so gefürchtete, » Treibhauseffekt infolge eines Anstiegs des Gehalts von Kohlenstoffdioxid rapide beschleunigen und somit zu einer raschen Erwärmung des gesamten Planeten beitragen könnte.

Diese wiederum würde zu einem Abschmelzen der Polkappen und einer Freisetzung von weiterem Kohlenstoffdioxid und großen Mengen flüssigen Wassers führen, das etwa 90 % der Eismasse auf dem Mars ausmacht.
Das nun freigewordene Kohlenstoffdioxid trüge dann erneut zu einer Erwärmung bei und könnte somit die aktuell vorherrschende Durchschnittstemperatur von etwa 210 » K (ca. - 63,15 °C) auf Werte von mehr als 280 K (ca. 6,85 °C) steigern, was vielen auf der Erde vorkommenden Organismen bereits zum Leben genügt.
Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Erwärmung des Mars stellt die dort momentan stattfindende » geologische Veränderung dar.
Ist die signifikante Erwärmung des Planeten erst einmal gelungen, könnten nach und nach pflanzliche Organismen, die in einer zu 100 % aus Kohlenstoffdioxid bestehenden Umwelt bestehen können, dort angesiedelt werden und als Abbauprodukt im Laufe der Zeit mehr und mehr Sauerstoff produzieren, den es dann in der Atmosphäre auch dauerhaft anzusiedeln gilt.

Doch damit überhaupt Leben, so wie wir es kennen, auf dem Mars existieren könnte ist es ein weiteres bedeutsames Ziel des Terraformings den Druck, welcher in der Atmosphäre des Mars` vorherrscht, auf mehr als 300 » hPa zu steigern um zumindest annähernd erdähnliche Bedingungen (im Verhältnis 1/3) gewährleisten zu können.
Obwohl der momentan vorherrschende Druck der Mars-Atmosphäre zwar genügen würde um mithilfe technischer Ausrüstung auf dem Mars zu landen, ist er dennoch viel zu gering um keine dauerhaften physische Beschwerden bei Menschen zu bewirken.

Da der Mars kein planetares Magnetfeld wie die Erde besitzt, kommt noch erschwerend hinzu, dass die Atmosphäre des roten Planeten beständig durch die sogenannten » Sonnenwinde abgetragen wird und somit externen Einstrahlungen gegenüber völlig schutzlos ausgeliefert ist. Das betrifft ebenfalls alle Organismen, die irdische Bedingungen gewöhnt sind.
Bevor diese Probleme nicht gelöst werden können, würde es wenig Sinn machen Wasser durch Schmelzen oder biologische Prozesse auf dem Mars zu platzieren, da eben jenes im schlimmsten Falle gleich wieder ob des fehlenden „Schutzschildes“ in den Weltraum entweichen würde.
Um die Atmosphäre dauerhaft zu halten müsste, wie oben beschrieben, der atmosphärische Druck wesentlich erhöht werden, was das am schwierigsten zu lösende Problem der künstlichen Umgestaltung des Mars´ darstellen dürfte.

Obwohl der Mars aus heutiger Sicht trotz der vielen zu erwartenden Probleme ein lohnendes Ziel für Terraforming darstellt, ist es mit der heute vorhandenen Technik noch lange nicht ohne Weiteres möglich dieses ehrgeizige Ziel auch Politik und Wirtschaft als lohnenswertes Ziel der Menschheit erscheinen zu lassen.
Bis es soweit ist werden wahrscheinlich noch viele Jahre vergehen, in denen die Mechanismen, die zur Umgestaltung des Mars` führen sollen, auch zunächst durch irdische Wissenschaftler hinreichend erklärt und nachvollzogen werden sollten.
Sind diese erst einmal zur Genüge bekannt und können auch auf andere Planeten angewendet werden, könnte sich der Mars in der Tat als Retter oder zumindest doch als große Chance der Menschheit herausstellen und den ersten Schritt zur Eroberung des Weltraums darstellen.



Autor: Lukas Brausch
Quellen: /


Weiterführende Links zum Thema


» Artikel zur aktuellen Marserwärmung durch Staubpartikel (Englisch)
» Webseite des deutschen Abkömmlings der "Mars Society"


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