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[Datenschutz-Teil 0] Die rechtliche Situation in Deutschland

15.11.2007, 16:55:47 - [Computer und Technik] - Lukas Brausch
Lizenz: Artikelart: Freier Artikel

Am 9. November 2007 wurde im Zuge des "Anti-Terror-Kampfes" das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verabschiedet, welches am 1. Januar 2008 in Kraft treten soll.
Da von dieser Überwachung nicht nur Terroristen sondern jeder Bürger betroffen ist, soll diese unregelmäßig erscheinende Kolumne einige Maßnahmen aufzeigen wie private Verbindungsdaten vor externen Zugriffen bewahrt werden können. Zu Beginn dieser Artikel-Serie soll im Folgenden knapp die aktuelle politische und juristische Situation beleuchtet werden, bevor wir uns später der technischen Durchführung widmen.

Konkret bedeutet die Vorratsdatenspeicherung für die Bürger Deutschlands, dass zum Zwecke der Strafverfolgung Telekommunikationsanbieter und Internetprovider ab Januar 2008 dazu verpflichtet sind, die Verkehrsdaten jeglicher Telekommunikation von
* Telefonverbindungen (im Umfang der Einzelverbindungsnachweise auf Telefonrechnungen),
* Verbindungen mit dem Internet (Informationen über abgerufene Inhalte werden nicht gespeichert) sowie
* empfangenen und gesendeten E-Mail-Nachrichten
* Fax- und SMS-Nachrichten (bei SMS auch der Standort)
für 6 Monate auf Vorrat zu speichern.
Zudem wird zurzeit in Deutschland über die juristische Legitimation des sogenannten "» Bundestrojaners" diskutiert, dessen Einführung rund 65 Prozent der Bundesbürger befürworten. Dieser Begriff umschreibt im Wesentlichen die konkrete Ausspionierung der Festplatte einer verdächtigen Person durch einen Trojaner oder andere technische Hilfsmittel. Dieser Zugriff soll per Internet erfolgen.

Da jeder Deutsche das Recht auf » informationellen Selbstbestimmung besitzt ist es vollkommen legal Maßnahmen zu ergreifen welche die Speicherung persönlicher Daten erschweren, die Anonymität im Internet verbessern oder das Abhören virtueller Nachrichten verhindern. Dieser Datenschutz muss nicht immer schwierig oder gar nur etwas für Experten sein, sondern kann mittlerweile durchaus einfach zu bewerkstelligen sein. In den letzten Jahren gab es mehrere Bestrebungen technische Schutzmaßnahmen auch für Endanwender ohne jahrelange Computer-Erfahrung nutzbar zu machen. Heute sind für viele Dienste, die zunächst nur für Experten nutzbar waren grafische Oberflächen und benutzerfreundliche Plugins für Browser verfügbar.
Nichtsdestotrotz agiert die Mehrheit der Internet-Nutzer heute vollkommen ohne Schutz der eigenen Daten. Öffentliche Behören oder » Cracker haben in den wenigsten Fällen, entsprechendes Know-How vorausgesetzt, Probleme diverse Daten der betreffenden Person herauszufinden. In Tauschbörsen, in Chaträumen, in Foren oder bei der Suche im Internet hinterlassen wir ständig Informationen in Form unserer » IP-Adresse, die für findige Kommunikationspartner recht einfach einzusehen ist. Mithilfe dieser IP-Adresse kann dann zum Beispiel die geographische Region des Gegenübers <1> recht präzise bestimmt werden. Auch durch die Nutzung von "Instant-Messaging" geben wir oft ungewollt Informationen über uns und Andere Preis, da diese Nachrichten über eine ungesicherte Verbindung recht einfach von Außen abgehört werden können. Selbst die Inhalte der eigenen Festplatte sind aus dem Internet einsehbar. Der Zugriff auf diese Daten ist bei einem ungeschützten System keineswegs unmöglich, jedoch mit einigem Aufwand verbunden. Glücklicherweise gibt es Programme oder Maßnahmen, welche unerwünschte Zugriffe auf private Daten erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen.

Die Herstellung und Verbreitung einiger Programme, die der Sicherung von Computernetzwerken dienen wurden im Mai 2007 durch den sogenannten » Hackerparagraph in Deutschland illegalisiert. Aus jurisitischen Gründen wird in den folgenden Artikeln also nur auf Programme eingegangen, die in Deutschland (noch) legal zu nutzen sind. Da der Autor kein Rechtsanwalt ist, muss dies nach bestem Wissen und Gewissen erfolgen.



Autor: Lukas Brausch
Quellen: /


Weiterführende Links zum Thema


» <1>: Geotagging der eigenen IP-Adresse


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